Samengewinnungstriologie Teil II

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie man es vielleicht nicht machen sollte. Dieser Teil beschreibt die Methode, die hier bei uns im Dorf von vielen Leuten angewandt wird. Es wurde so von den Großeltern, die oft noch Bauern waren, übernommen und einfach beibehalten.

Am Ende gibt es nicht “die richtige Methode”. Wenn man die Gartenforen durchstöbert, dann gibt es viele Arten die Samen zu gewinnen. Es gibt sogar Leute, die die Samen samt Fruchtfleisch kurzerhand in das Papier einer Küchenrolle legen und dann im Frühjahr wieder herausholen und gute kräftige Pflanzen ziehen. Hier bei uns macht man sich auch weniger Gedanken um etwaige Keimraten und sonstiges, man nimmt die Samen, zieht die Pflanzen, erfreut sich am Wachstum und natürlich am Geschmack. Das war es gewesen.

Teil 2: Die Methode nach “altpiemontesischer Bauernart”

Ob diese Methode nun altpiemontesisch ist oder nicht, mag mal dahin gestellt werden. Aber dieser einfache Weg der Samengewinnung wird nun einmal hier von vielen Leuten angewandt.
Als erstes entnimmt man den vollreifen Früchten die Kerne samt Fruchtfleisch. Die Samen werden in ein kleines Sieb gegeben und der Schleim wird mit viel Wasser abgewaschen. Die nun „entschleimten“ Samen werden auf einen Teller gelegt und ein paar Tage an die frische Luft zum Trocknen gestellt. Nicht direkt in die pralle Sonne stellen! Wir stellen die Teller immer auf das Fensterbrett.
Jetzt kommen die Samen in ein luftdurchlässiges Beutelchen, viele Leute nehmen hierzu alte Perlonstrümpfe. Wir wollen mal hoffen, dass die Dame keine Käsefüsse hatte ;o). Die Beutelchen werden nun auf die Wäscheleine gehangen und bleiben bis dort bis zum Ende des Sommers und oft auch weit darüber hinaus. Überdacht sollte es natürlich sein. Spätestens vor dem Wintereinbruch werden die Samen dann bis zur Aussaat in eine Kiste gelegt und trocken gelagert.

Im dritten und letzten Teil erläutere ich die Gewinnung der Tomatensamen mittels Fermentation.

Samengewinnungstriologie Teil I
Samengewinnungstriologie Teil III

2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. *schäm* bei mir hat sich die Küchenrolle aber auch bewährt :D letztes Jahr hatte ich immerhin aus über 20 Samen Pflanzen gezogen..lediglich 2wollten nicht so recht :D

  2. Da sieht man, daß diese Methode auch bestens funktioniert. Ich habe dieses Jahr wieder die Fermentationsmethode angewendet, aber nur bei den Tomatensamen. Die anderen habe ich unter Wasser abgespült und zum trocknen in ein kleines Gläschen getan.

Schreibe einen Kommentar